Simonas Lektion Nr. 1: Warum Sprichwörter für die Katz’ sind
Nun gut, liebe Freunde, willkommen zu Simonas Gastkolumne! Lange habe ich ein passendes Thema gesucht für meine Internet-Poesie – und – lange nicht gefunden. Ein Umstand, der so eigentlich gar nicht existieren dürfte, schliesslich heisst es doch „wer sucht, der findet“ oder gar „kommt Zeit, kommt Rat“.
Nach etwas kürzerer Studierphase, – schliesslich wollte ich dieses Mal nicht zu lange nach den dunklen Seiten der Gattung Sprichwort suchen – kam ich schliesslich zur Erkenntnis, dass Sprichwörter nicht etwa wohlgemeinte Redensarten sind, nein, es handelt sich hierbei vielmehr um tradierten sprachlichen Betrug oder, wie ich zu sagen pflege „s’isch für d’Chatz’“.
Kleine Kostprobe gefällig? Wie ist es möglich, dass sich Gegensätze anziehen, sich gleichzeitig aber gleich und gleich gern gesellen? Und sollte ich denn das, was ich zwar heute besorgen könnte, nicht lieber auf morgen verschieben? Schliesslich will gut Ding Weile haben und Jahre lehren mehr als Bücher. Andererseits ist Zeit Geld und man soll das Eisen schmieden so lange es heiss ist.
Verwirrt? Nun ja, es handelt sich bei Sprichwörtern offensichtlich eher um einen sprachlichen Selbstbedienungsladen, denn um wohlüberlegte, von einer Daseinsberechtigung bestimmte Aussagen. Quod erat demonstrandum.
/Simona Benovici