Viertel Zehn oder Fünf vor Zwölf?

Das Rad ist erfunden, Amerika entdeckt und der Mond bereist - ich bin bereit für neue Mysterien. Gefunden habe ich C., (24) aus Deutschland. Sie bewohnt das Chaoszimmer, die Hälfte der Küche und des Wohnzimmers.

Fernsehen mit C. ist bildend. Sie erkennt mit geübtem Blick die Fehler in Arztserien, kommentiert mit deutscher Gründlichkeit den Schweizer Mikrokosmos und steht auf Reality-Soaps wie “Super-Nanny” und “Bauer sucht Frau”.

Wir bestärken uns im gegenseitigen Liegenlassen, Stapeln und Umherschieben von Papier, Büchern, Tassen, Tellern und CDs. Und ein Zusammenspiel wie das unsere beim wöchentlichen Abwasch hat die Welt noch selten gesehen.

Wohnen mit C. wäre eigentlich rundum schön und gemütlich, wenn bloss die Sprachbarrieren nicht wären. Ich mühe mich mit Hochdeutsch ab und kann es C. doch nur schwerlich recht machen. Der absolute Hammer ist aber, dass die Deutschen alles mit Vorliebe komplizieren, besonders die Uhrzeit.

Wie kann C. von mir erwarten, so komplexe Angaben wie “viertel zehn” oder “dreiviertel zehn” richtig einzuordnen? Doch nichts ist so süss wie die Rache. Sei gewarnt, oder viel mehr: Obacht! Ab sofort isch bärndütsch z houptsprach vor wg… Ueche, ache, hingere u füre u zrugg! Proscht nägeli!

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