Späte Krönung

Ich weiss: Zum Bloggen hätte ich eigentlich keine Zeit. Sie reicht gerade mal für ein paar Bissen Brot zwischen den Seiten von Edith Wharton und Shakespeare. Und dabei kann ich von Glück sagen, dass nicht noch kostbare Stunden für einen Besuch bei der Zahnärztin draufgegangen sind.

Ich habe mir gestern zur Abwechslung ein Tessiner Brot von Coop gegönnt. Ganz unüblich habe ich bereits im Zug den “Mürggu” verschlungen. Und wenn das Brot nun schon in solch altertümlicher Weise gebrochen statt geschnitten wurde, sah ich heute keinen Sinn darin, es mit dem Messer zu versuchen.

Neben dem Lesen mal kurz am gebrochenen Brot geknabbert… Und plötzlich auf etwas Hartes gebissen. Auaaa! Was zum Geier? Nein. Kein Stein, keine Nuss oder Schale. Ein Weiser aus dem Morgenland! Ein König. Aber ein verirrter.

Hat sich der Stift in der Coopbäckerei einen Scherz erlaubt? Oder werden unverkaufte Drei-Königs-Kuchen zu Tessiner-Broten umfunktioniert?

Ich werde mich mit diesen und andern Fragen jetzt nicht belasten. Sattdessen freue ich mich lieber über die späte Krönung und nehme es als gutes Omen.

4 Reaktionen zu “Späte Krönung”

  1. This

    Du bist die grösste Königin, denn in diesem Brot ist sonst kein König drin.

  2. Nina

    Was ist ein Mürggu? Wenn das so schmeckt, wie es klingt, würde ich es nicht essen… Dachte zuerst, Du hättest Dir den Weisheitszahn ausgebissen.

  3. Franziska Linder

    Der Mürggu ist der Anschnitt eines Brotes - in meinem Falle war es eben ein “An-bruch” ;) Drei-Königs-Kuchen ist echt lecker! Nur die versteckten Könige sollten im Kuchen sein - und nicht im Brot. Ihr Deutschen kennt wohl das Prinzip nicht….

  4. Nina

    Doch, das mit dem Königskuchen kenne ich. Allerdings nur hier aus Spanien. Glaube aber, bei uns gibt es etwas ähnliches, erinner mich nur nicht mehr (Alzheimer…). Und den Mürggu verstehe ich als “Knust”, also Anfangs- oder Endstück vom Brot. He, wir könnten eine schweizerisch-deutsch-spanische interkulturelle Site basteln…

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