Paste zum Geburtstag

Es ist der Gedanke, der zählt, sagt man doch so schön. Dies muss sich Michèle, die jetzt in Barcelona lebt und Mixèl heisst, gedacht haben ob unserem Geburtstagsgeschenk. Und dabei hatte es am vergangenen Montag morgen so vielversprechend begonnen.
Am Frühstückstisch überraschten Lise und ich das Geburi-Kind mit einem Ulk-Kalender der “Satirkreiszeichen”. Darin erkannte sich Mixèl überraschend deutlich wieder. Auch das Tagesprogramm in Barcelona war nicht nur auf den sight-seeing-süchtigen Besuch aus der Schweiz ausgerichtet, sondern nahm auch auf ihre Bedürfnisse Rücksicht.
Im Aquarium fand die Jubilarin die Pinguine besonders toll, auch die Haifische und die Rochen erfreuten sie. Danach folgte ein kulinarisches Feuerwerk im “Origen” - ein Restaurant mit original saisonaler katalanischer Küche aus biologischem Anbau. Wir bestellten für drei Personen sechs Gerichte (was übrigens ganz normal ist dort).
Damit aber nicht genug. Erst die Dessert-Karte brachte uns so richtig in Stimmung. Wir orderten vier Nachspeisen: Lise labte sich am “menjar blanc”, einer Art Reismilch-Pudding. Mixèl verputzte einen “pastís de taronja” - eine etwas sehr weihnächtliche Orangentorte. Ich wählte einen himmlischen “formatge amb fruits de bosc” (”queso con frutos de bosque”), einen Frischkäse mit Waldfrüchten. Das vierte Dessert teilten wir uns auf: “formatge amb membrillo” (Schafskäse mit Quitte).
Doch damit nicht genug. Beim “helado” oder auf katalanisch “el gelat” fehlte auf Lises To-Do-Liste noch das Häkchen… Also ab in die Eisdiele…. Etwas geschwächt von der dreitägigen Erkundungstour durch die katalanische Metropole, machten Lise und ich uns daran, den Höhepunkt des Geburtstagsschmauses vorzubereiten.
Die Eigenmischung an Tandori-Gewürz hatten wir mitgebracht. Wir wagten uns an einen Tandori-Fisch, da Mixèl als Vegetarierin wohl am Tandori-Hühnchen keine Freude gehabt hätte. Dazu gabs Reis und Tomaten-Auberginen-Gemüse, welches Lise hauptsächlich hinzauberte.
Ich kümmerte mich derweile um die Geburtstagstorte. Der Teig für den legendären Denise-Kuchen war ohne Waage schon schwierig zu mischen, die Form aus Aluminium und der knapp bemessene Zeitrahmen machten das Unterfangen dann gänzlich zur Glückssache.
Der fracaso (das Scheitern) war perfekt, als ich es unterliess, den nach dem Tandori-Fisch kurzzeitig ausgeschalteten Backofen wieder einzuschalten. Ich hatte nur die Temperatur angepasst. Da der Ofen aber aus war, heizte er nicht mehr genügend ein…. Aus dem pastel (Kuchen) wurde eine Paste mit schwarzer Kruste.
Die spanischen Gäste, die den Denise-Kuchen in seiner Vollkommenheit ja nicht kannten, fanden die Schoggi-Sauce trotzdem lecker. Pablo verdrückte am nächsten Morgen die ausgekühlte Paste zum Frühstück! Schweizer Schokolade ist eben in jeder Form eine Wucht